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Die wunderbare Welt des Novak Djokovic
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TEMA: Die wunderbare Welt des Novak Djokovic
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Die wunderbare Welt des Novak Djokovic Prije 7 Mjeseci, 3 Tjedana Karma: 1
Im Masters-Cup-Finale siegt der Serbe gegen Nikolai Dawidenko, weil er am Ende der langen Saison noch Kraft hat. Das Turnier geht derweil 2009 nach London - und das, obwohl die Begeisterung zum Tennis in China immer größer wird.

Von Frank Hollmann, Schanghai

Da steht er nun mit seiner Blumenvase: Weltmeister Novak Djokovic
16. November 2008
Ein Spektakel blieb Schanghai zum Abschied verwehrt, zu einseitig, zu langweilig war das letzte Endspiel beim Masters-Cup in China verlaufen. Novak Djokovic musste am Sonntag nicht einmal sein ganzes Repertoire zeigen, um Nikolai Dawidenko zu deklassieren: 6:1 und 7:5 siegte der Serbe, der als einziger der drei Topspieler am Ende einer kräftezehrenden Saison noch Reserven hatte.

Ganz anders als Rafael Nadal, der auf seine Teilnahme in Schanghai verzichtet hatte und den ein entzündetes Knie nun auch noch um das Finale im Davis Cup mit Spanien gegen Argentinien bringt. Roger Federer quälte sich mit schmerzendem Rücken durch den Masters-Cup und scheiterte schon in der Gruppenphase. Dessen Bezwinger Andy Murray aber bezahlte seinen Sieg nach rund drei Stunden schon einen Tag später mit der Niederlage im Halbfinale. Da war der Weg frei für Djokovic.


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„Dann kannst du nicht viel Positives an so einem Spiel finden“


Vielleicht bekommt sie die Blumen: Djokovics Freundin Jelena Ristic
Der Angriffswucht des Einundzwanzigjährigen hatte der sechs Jahre ältere Dawidenko über weite Strecken nichts entgegenzusetzen. Nur eine halbe Stunde benötigte der Serbe für den Gewinn des ersten Satzes, in dem Dawidenko gerade einmal 30 Prozent seines ersten Aufschlags in das Feld brachte. „Keine Chance“ habe er in dieser Phase gehabt, gestand der Russe später mit säuerlicher Miene. Dass er Durchgang zwei etwas offener gestalten und mit seinem einzigen Break zum 5:5 ausgleichen konnte, blieb nur ein schwacher Trost. Denn am Ende verwandelte Djokovic seinen dritten Matchball. „Wenn du von Anfang an spürst, du kannst probieren, was du willst, und nichts klappt, kannst du nicht viel Positives an so einem Spiel finden“, sagte Dawidenko.

Djokovic dagegen strotzt vor Selbstvertrauen, so wie das gesamte serbische Tennis. Jelena Jankovic führt die Weltrangliste bei den Damen an, Nenad Zimonjic siegte mit seinem Partner Daniel Nestor in Schanghai im Doppel und darf sich nun genauso Weltmeister nennen wie Djokovic. Federer und Nadal beherrschen die Weltspitze nicht mehr allein, das Tennisjahr 2008 schrieb neue Namen in die Siegerlisten.

Tennis sei heute in erster Linie ein „mentaler Sport“


Djokovic wird der letzte Weltmeister von Schanghai bleiben. Nach fünf Jahren zieht der Masters-Cup weiter, vom Huangpu an die Themse. Es gelte neue Märkte zu erschließen, sagt Turnierdirektor Brad Drewett. Ausgerechnet in London. In der von der Finanzkrise gebeutelten Metropole sorgt man sich schon um das Budget für die Olympischen Spiele 2012. China dagegen könnte mit seinen gewaltigen Devisenreserven und dem immer noch beachtlichen Wachstum aus der weltweiten Krise gestärkt hervorgehen.

Eines „der acht wichtigsten ATP-Turniere“ statt Masters

Angesichts der in die Rezession abgleitenden europäischen Wirtschaft würden die ATP-Gewaltigen über die Verlegung des Turniers nun vielleicht anders entscheiden. Die Sponsoren halten sich zurück. Die Zeiten seien hart, sagt ein ATP-Mitarbeiter. Nach zwölf Jahren steigt Mercedes-Benz zum Jahresende als Hauptsponsor aus. Ein Nachfolger wurde noch nicht vorgestellt.

Asien dagegen werde immer wichtiger in der Tenniswelt, sagt Nicolas Kiefer, der als Ersatzmann nach Schanghai geflogen war. Drei statt bislang zwei Wochen wird die ATP nächste Saison durch Ostasien touren. Tokio, Bangkok, Peking und Schanghai stehen als Austragungsorte schon fest, einen fünften Turnierort werde man in den nächsten Wochen bekanntgeben, sagt Drewett. Schanghai verliere zwar den Masters-Cup, bekomme aber eines „der acht wichtigsten ATP-Turniere“. 56 Spieler sollen im Oktober aufschlagen, dafür wird der Tennispark ausgebaut.

China boomt, im ganzen Land schwingen Millionen den Schläger


Neben der futuristischen Qi-Zhong-Halle mit ihren 15.000 Sitzen und einem beweglichen Dach sollen eine zweite Arena für 6000 Zuschauer und mehrere Nebenplätze entstehen. Tennis boomt in China, im ganzen Land schwingen Millionen den Schläger. In nicht mal fünf Jahren habe sich die Zahl verdoppelt, sagt Sun Jinfang, die Direktorin des chinesischen Tennisverbandes. Bei den Damen gehören Zheng Jie und Peng Shuai schon zur erweiterten Weltspitze. Auch bei den Herren werde China bald einen Topathleten hervorbringen, glaubt Verbandschefin Sun.

Zum Abschied aus Schanghai rechnet Turnierdirektor Drewett noch einmal vor: Eine halbe Million Zuschauer hätten seit 2005 die Spiele des Masters-Cups gesehen. Wie viel Gewinn die ATP dabei gemacht hat, sagt Drewett jedoch nicht. Aber jetzt waren die Schwarzhändler schon froh, wenn sie für umgerechnet 300 Euro ausgezeichnete Tickets noch für 15 Euro an den Mann bringen konnten.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP, AP
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